Kapitel 3 – Pater Elias

Der muffige Geruch alter Steinmauern und erloschener Kerzen hing in der Luft, als sie kamen.

Es war ein grauer Dienstagmorgen im späten Frühjahr. Pater Elias stand am Altar der kleinen Kirche St. Sebastian mitten in Zone 4 und sprach die letzten Worte der Totenmesse.

Der Sarg war schlicht, fast armselig, nur ein paar welke Blumen darauf. Kaum jemand hatte noch Geld für Kränze. Die Gemeinde, viel­leicht dreißig Seelen, kniete mit gesenkten Köpfen.

Dann krachte die schwere Eichentür auf.

Zuerst dachte Elias an einen Überfall wie in den alten Zeiten, als radikale Splittergrup­pen noch Kirchen in Brand setzten. Doch das war vorbei. Seit die Globale Weltreligion (GWR3) alle Glaubensrichtungen unter ein einziges, staatlich sanktioniertes Dach gezwungen hatte, gab es keine »Ungläubigen« mehr, nur noch »Abweichler«.

Schwere Stiefel hallten über das Steinpflaster. Schwarze Unifor­men, Helme mit getönten Visieren, Gewehre im Anschlag. Mili­tärpolizei. Kein Wort der Erklärung.

»Alle aufstehen! Hände über den Kopf!«

Die Menschen sprangen auf, einige stolperten über die Bänke, eine alte Frau schrie leise. Kinder wurden von Müttern an sich gedrückt.

Elias hob instinktiv die Arme,

das Messbuch fiel ihm aus der Hand und schlug dumpf auf dem Altar auf.


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