Am frühen Morgen wachte Timo als Erster auf. Die Kälte kroch in seinen Schlafsack, ein Vorbote des Herbsts, der die ersten Blätter von den Bäumen schüttelte. Sie fielen wie vergessene Warnungen, gelb und knisternd, auf das nasse Moos.
Timo rieb sich die Augen, noch schlaftrunken, und die Erinnerungen vom Vorabend sickerten zurück. Seine scharfen Worte, der Trotz, der wie Gift aus ihm herausgesprudelt war. Er schämte sich jetzt. Ein brennendes Ziehen in der Brust, das tiefer ging als die Kälte. Der Vater hatte nur noch ihn. Und er? Er hatte nur noch den Vater. Die Suche nach der Mutter hatten sie beide aufgegeben, als klar wurde, dass das System keine Spuren zuließ, keine Akten freigab. Der Vater fühlte sich mitschuldig, weil er nicht rechtzeitig etwas unternommen hatte. Timos Leere im Herzen fraß sich still und unaufhaltsam in die Seele.
Timo stand auf, die Beine steif von der Nacht auf hartem Boden. Sein Vater lehnte noch schräg an einem Baumstamm, die Augen geschlossen, eine Schicht Moos und Laub über den dünnen Schlafsack gelegt, wie eine provisorische weitere Decke.
Er sah älter aus im fahlen Morgenlicht, die Falten tiefer, die Schultern gebeugt, als hätte die Flucht ihm Jahre gestohlen. Timo wandte sich ab, ging ein paar Schritte in den Wald und suchte sich eine Stelle zum Hinhocken. Ein kleiner Teich glitzerte durch Schilf, dicht und unberührt, der Duft von feuchter Erde und verfaultem Laub stieg auf, schwer und vertraut.
Er hockte sich gerade hin, die Hose halb runter, als etwas im Morgenlicht flackerte. Die Sonne blendete ihn, warf lange Schatten, und da – ein merkwürdiger, kleiner Schatten fiel auf seine nackten Beine, vibrierend, unnatürlich präzise. Timo hob den Blick, blinzelte gegen das Licht.
Da war es. Groß wie eine Libelle, aber mit metallischem Glanz, Facettenaugen, die im Sonnenstrahl funkelten wie Scherben. Eine Drohne. Nicht begreifend, was das bedeutete, spürte er plötzlich rote Linien über sein Gesicht huschen. Laserfäden, die ihn abtasteten, kalte Nadeln aus Licht, die auf seiner Haut tanzten.
Urplötzlich flog ein großer Schatten über seinen Kopf…
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